Fragen an die D`Ammertaler Ottendichl e.V.?

Schuhplattln

Um die Ursprünglichkeit des Schuhplattelns gebührend darzustellen, bediene ich mich hier eines Originaltextes von 1934:

Dieser Tanz wird nicht zu unrecht mit der Auerhahnbalz verglichen. Wie der Hahn unter Zischen und Schnalzen die Henne bedrängt, verläßt, umfreit, sich in unbändigen Sprüngen überschlägt - so treibt es auch beim Schuhplattler der Bursch mit dem Dirndl, um sich im Rundtanz mit ihm zu vereinen. Urwüchsige Kraft paart sich so mit reizender Anmut. 

 

 

Eine einheitliche, allgemein gültige Tanzausführung hat es beim oberbayerischen Schuhplattler nie gegeben und sie besteht auch heute nicht. Der Schuhplattler ist ein Tanz (ursprünglich Einzelpaartanz), der in einem festen musikalischen Rahmen der Improvisation großen Spielraum läßt. Diese Improvisation ist rhythmisch (im Plattln) möglich, sie kann sich aber auch im darstellenden Teil (Balztanz) entfalten. 

Um sich von der Technik des Schuhplattelns eine Vorstellung zu machen, denke man an einen musikalisch sehr begabten Trommler. Dieser Trommler wird eine Marschmelodie nicht nur auf eine, sondern auf mehrere Arten zunftgerecht begleiten können. Ähnlich wie beim Trommeln ist es beim Schuplatteln. Ein begabter Tänzer findet sicher mehrere Reihenfolgen von Plattlerschlägen, die zu einer gegebenen Ländlermelodie passen. So stellt also eine bestimmte Plattlerausführung immer nur eine von mehreren Möglichkeiten dar. 

Solange der Schuhplattler noch ein richtiger Volkstanz war, solange vor allem die Tanzenden selbst und nicht die Zuschauer ihre Freude daran haben wollten, waren die Tanzbewegungen verhältnismäßig einfach. Als aber seit dem Ende des vorigen Jahrhunderts Berufstänzer den Schuhplattler in Unterhaltungslokalen, Varietés und in Theatern nicht nur ganz Deutschlands sondern auch des Auslands zeigten, ging diese Einfachheit dabei verloren. Um den Tanz für das Publikum möglichst unterhaltend und zugkräftig zu gestalten, führte man neue, kunstvollere Schläge ein, z.B. den Doppelkreuzschlag (rechte Hand von hinten auf linke Sohle; link Hand von hinten auf rechte Sohle - "Kreuz" bedeutet hier soviel wie Rückgrat), schnelle Doppelschläge und das Ohrfeigen vortäuschende Klatschen mit den Händen (Watschentanz). Einfachere Tanzbewegungen, wie den Rundtanz, kürzte man oder ließ sie ganz weg. 

Die Musik zum Schuhplattler ist ein Ländler; es könnte darauf also auch durchgehends Ländler getanzt werden. Dabei ist zu beachten, daß junge Leute in der Regel schneller tanzen als ältere, insbesondere beleibte Leute. Die Musik muß sich danach richten. 

- Anton Bauer, Freising 1934 

 

Hier die vollständige Beschreibung aller Bewegungsabläufe beim Bayrischzeller Plattler in seiner Urform:

Bayrischzeller 

Folgende Plattler gehören zu dem Repertoire unserer Aktiven. Die Beschreibungen enthalten nur die Schlagfolgen, die in unserem Verein geplattlt werden. Sollte jemand Interesse an ausführlicheren Bewegungsabläufen haben, würden wir uns gerne mit Euch austauschen. 

 

Beschreibungen: 

Haushammer
Ammerseer
Reit im Winkler
Auerhahn (Gauschlag)
Gamserl
Helfersdorfer
Ambosspolka
Bankerltanz
Grassauer
Alztaler
Birkenstoaner Glöckerl
Haitauer
Ruhpoldinger
Überall san d´Ladn zua
Annamirl
Schnacklwalzer Wendlstoana
Birkenstoana Glöckerl